Lieber Bode als Ostsee

29. Januar 2021

Manchmal findet man das Beste genau dann, wenn man nicht verbissen danach sucht.

Und manchmal braucht es einen Umweg, um ans Ziel zu kommen. So ist es Petra und Thomas Malnati ergangen. Am Ende des turbulenten Jahres 2020 haben die beiden ihre Eigentumswohnung in BRAUNS QUARTIER bezogen – und sind angekommen an einem Ort, an dem sie bleiben wollen. Am liebsten für immer.

„Es ist ein phantastisches Wohnen“, schwärmt Thomas Malnati. „Zentral, aber ruhig. Man ist weit genug weg von der Straße, und abends beim Einschlafen hört man leise die Bode plätschern. Für mich, der an der Ostsee groß geworden ist, ein sehr schönes Geräusch. Da fehlt nur noch das Möwen-Geschrei.“  

Quedlinburg ist seit 2012 die Wahlheimat des in Rostock geborenen Architekten und seiner aus Baden-Württemberg stammenden Frau Petra. Damals ist das Ehepaar hierher gezogen, weil reizvolle berufliche Perspektiven lockten: Er leitet den Fachbereich Bauen, Stadtentwicklung und Welterbe bei der Quedlinburger Stadtverwaltung, sie betreibt eine Versicherungsagentur. Längst sind sie hier heimisch geworden, genießen das kleinstädtische Leben und die Möglichkeit, in kurzer Zeit nach Berlin, Braunschweig oder Hannover zu fahren. „Meine Familie lebt im Norden, die meiner Frau im Süden. Mitteldeutschland ist perfekt für uns.“ 

Sonnenaufgang macht Entscheidung leicht 

Als sie beschlossen, hier in der Region tiefere Wurzeln zu schlagen und sich nach Wohneigentum umzuschauen, dachten sie zunächst an ein Haus. Doch die Doppelhaushälfte, die sie sich im März 2019 in Halberstadt ausgesucht hatten, entpuppte sich schließlich als doch nicht so perfekt.  An vielen Ecken tauchten Probleme auf. Sie hätten eine halbe Million Euro investieren müssen und fühlten sich plötzlich nicht mehr wohl mit ihrer Entscheidung. Ein ungutes Bauchgefühl verstärkte sich. „Im Sommer 2020 saß ich mit meiner Frau auf der Terrasse. Wir hatten den Kostenvoranschlag des Architekten in der Hand und spürten: Das Haus will nicht zu uns“, erzählt Thomas Malnati. Der Entschluss, es wieder verkaufen, war dann relativ schnell gefasst. 

Heute sind sie heilfroh, sich so entschieden zu haben. Denn nur wenige Tage später eröffnete ihm seine Frau, dass sie eine Wohnung gefunden hatte. Quedlinburg, Penthouse über zwei Etagen, Blick auf ein altes Industriegebäude, Aufzug, Dachterrasse, gut 100 Quadratmeter Wohnfläche – die Eckdaten klangen optimal. „Ich konnte nicht glauben, dass ausgerechnet das Penthouse noch frei ist. Ich habe mir die Pläne tausend Mal angeguckt“, erzählt er. Wahrscheinlich habe die Nordterrasse andere Kaufinteressenten abgeschreckt, aber er habe sich sofort in den Blick aus den Wohnzimmer-Fenstern gen Osten verliebt, aus denen er morgens die Sonne aufgehen sieht. „Und einer Terrasse, auf der es im Sommer nicht gleich 50 Grad heiß wird, kann ich durchaus auch etwas Gutes abgewinnen.“ 

Auf Umwegen zum Wohnglück 

Durch seine Arbeit als Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung kannte er das Projekt BRAUNS QUARTIER und hat es von Anfang an begleitet. Die RST Recycling und Sanierung Thale GmbH hat das Gelände der ehemaligen Farbenfirma Wilhelm Brauns von Altlasten befreit und anschließend ein Projekt für das Areal entwickelt. Wolfgang Finck und sein Sohn Carl gründeten die Brauns Quartier GmbH und lassen nun an diesem Ort ein attraktives Wohnquartier entstehen, das historische Elemente und moderne Architektur verbindet. Das Ensemble, in dem es insgesamt 90 Eigentumswohnungen in neun Gebäuden geben wird, ist mittlerweile ein Vorzeige-Objekt der Stadtentwicklung. 

Für die Malnatis ist es ein Glücksfall. „Wir haben über einen Umweg zu unserer Wohnung gefunden, aber wir mussten diesen gehen“, resümiert Thomas Malnati. Dafür seien er und seine Frau nun aber rundum zufrieden und begeistert von der hohen Qualität der Bauausführung und Ausstattung. „Hier möchten wir bleiben“, sind sich die beiden einig. Den ursprünglichen Plan, irgendwann gen Norden zu ziehen und den Lebensabend an der Ostsee zu verbringen, haben sie über Bord geworfen, das Rostocker Haus verkauft. „Man soll sich nicht von schönen Sommertagen blenden lassen. Gefühlte 50 Wochen im Jahr regnet und stürmt es da oben. Das ist ziemlich ungemütlich“, sagt er lachend. Das einzige, was den heute 57-Jährigen dazu bringen würde, im Rentenalter doch nochmal umzuziehen, ist eine romantische Idee: „Ein großes Wohnmobil, mit dem wir durch Europa reisen.“ 

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