Das Projekt

Zeitplan

  • Grundstückskauf 2015, Beginn der Bauplanung 2016
  • Start der Bebauung und des Verkaufs im Frühjahr 2018
  • Beginn der Infrastrukturmaßnahmen (Erschließung, Ver- und Entsorgung) im 2. Quartal 2018
  • Fertigstellung des 1. Bauabschnittes im Mai 2019
  • Abschluss der Sanierungsarbeiten des Kontorgebäudes im Mai 2020
  • Fertigstellung des 2. Bauabschnitts im Mai 2022 mit Haus 7
  • Fertigstellung des ersten Gebäudes (Haus 5) des 3. Bauabschnitts im Oktober 2022
  • Baustart des zweiten Gebäudes (Haus 3) des 3. Bauabschnitts im November 2023

Leitidee eines städtebaulichen Gesamtkonzeptes
und der architektonischen Entwurfsidee

Der Standort Harzweg Nr. 12 wurde durch die Farbenfabrik Wilhelm Brauns bis in das Ende des 19. Jahrhundert geprägt. Im Wandel der Zeiten ist die Gesamtanlage durch Nichtnutzung und Vandalismus in den letzten 20 Jahren erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Durch das jetzt vorliegende städtebauliche Gesamtkonzept ergab sich die Notwendigkeit, einen Teil der historischen Fabrikgebäude rückzubauen, da es aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes nicht mehr möglich ist, diese zu sanieren und einer adäquaten Nutzung zuzuführen.

Das jetzt vorliegende städtebauliche Konzept verbindet die historischen Elemente mit einer klaren, modernen Architektursprache. Das Areal liegt reizvoll am mäanderförmig verlaufenden Fluss Bode im Nordwesten, der dem Standort der Neubauquartiere landschaftliche Attraktivität verleiht.

Der neue prägende Name BRAUNS QUARTIER bedeutet Wohnen und Arbeiten in unmittelbarer Nähe zum Zentrum der Welterbestadt Quedlinburg und gleichzeitig die Einbindung in die historische Umgebung des Industriedenkmals.

Das Gesamtareal ist gegliedert in 4 Quartiere. Ein Teil der Quartiere steht im Zusammenspiel mit den verbleibenden und zu sanierenden historischen Gebäuden. Die direkte Nähe der Bode ermöglicht eine grüne Umgebung inmitten der Stadt und das Hineinholen dieser Qualitäten in die angrenzenden Quartiere.

Besondere Bedeutung erfährt das ehemalige Verwaltungsgebäude der Farbenfabrik Wilhelm Brauns, das durch Rückbau des südöstlichen Verbindungsgliedes und des nachfolgenden Gebäudes in seiner Gesamtproportion wieder freigestellt wird. Dieses Gebäude besaß ursprünglich im Erstellungsjahr eine Jugendstil-Fassade, die in den 20er Jahren überformt wurde.

An der ehemaligen Haupterschließungsachse der Magistrale bleibt ebenfalls ein Teil der backsteingeprägten Industriegebäude erhalten. Diese werden wie auch das vorgenannte Verwaltungsgebäude zu modernen Eigentums- und Mietwohnungen bzw. Bereichen für nicht störendes Gewerbe umgestaltet.

Um immer wieder auf den historischen Kontext des Geländes zu verweisen, bleiben auch das ehemalige Laborgebäude und der Industrieschornstein erhalten. Historische Materialien wie der rote Backstein finden an ausgewählten Stellen des Quartiers Wiederverwendung.

Die neuen Quartiere mit der klaren zeitgemäßen Architektursprache stehen weder im Gegensatz noch anbiedernd zur historischen Situation, sondern sie signalisieren für das gesamte Quartier einen Neuanfang und stehen eigenständig und selbstbewusst in Form- und Materialgebung im Zusammenspiel mit dem historischen Standort.

Die neuen Gebäude gleichen sich in der Höhe an den historischen Bestand an. Die Fassade wird als klassische, stehende Lochfassade ausgeprägt. Die Gliederung ist eine Reminiszenz an die charakteristische Gestaltung des umgebenden Industriedenkmals, wobei die Fassadenoberflächen Bezug nehmen auf die ortstypischen Putzfassaden der Welterbestadt Quedlinburg.

Bewusst werden die Neubauten nur durch wenige, reduzierte Materialien und Formen gestaltet. Sie erhalten in ihrer Farbgebung nuanciert unterschiedliche Putzflächen mit einer Besenstrichoberfläche. So erhält jedes einzelne Quartier, wenn auch mit gleicher Handschrift und Materialität, seine Eigenständigkeit.

Die großzügigen Fensterformate geben den dahinterliegenden Wohn- und Aufenthaltsräumen Helligkeit und Freundlichkeit. Die einzelnen Quartiere orientieren sich entweder zur Bode oder zu gemeinsamen Höfen und Plätzen.

Die Wohnqualität in den Häusern wird im ersten und zweiten Obergeschoss durch vortretende, großzügige Balkone, im Erdgeschoss durch großzügige Terrassen und in den zurückspringenden Geschossen durch Dachterrassen erhöht.

BRAUNS QUARTIER wird vom Harzweg erschlossen. Eine als Einbahnstraße verlaufende, später öffentliche Ringstraße erschließt alle Quartiere.

Das Bauprojekt beginnt mit der Realisierung des ersten Quartiers im Nordosten direkt zur Bode hin.

Der ruhende Verkehr wird einerseits mit Einzelstellplätzen oberirdisch an den einzelnen Quartieren und andererseits auf einer Gesamtstellplatzanlage im Südosten angeordnet. Im südwestlichen Bereich des Grundstückes wird zusätzlich ein Parkdeck über zwei Ebenen den ruhenden Verkehr aufnehmen.

Für das erste Quartier werden unterschiedliche Wohnungsgrößen konzipiert, die überwiegend das Prinzip des Durchwohnens verfolgen. In den viergeschossigen Gebäuden werden die oberen Bereiche als Maisonettewohnungen ausgebildet. Die Wohnräume sind überwiegend zu den ruhigen und sonnigen Innenhöfen vorgesehen.

Die beiden Häuser des ersten Quartiers erhalten einen Aufzug, daher sind alle Wohnungen dort schwellenfrei ausgebildet. Zusätzlich werden einige Wohnungen ebenfalls barrierefrei nach DIN ausgeführt und ermöglichen somit ein komfortables Leben im Alter.

Im ersten Quartier ist ein Wohnungsmix von 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen geplant, damit sowohl Singles als auch Familien ein neues Zuhause finden können.

Die neuen Immobilien in BRAUNS QUARTIER werden im Energiestandard KfW 55 erstellt und mit Fernwärme durch die Stadtwerke Quedlinburg versorgt.

Die Freianlagen des Quartiers werden mit besonderem Augenmerk geplant. Nicht nur die Ausgestaltung der Straßen und Wege erfolgt in besonderer Qualität, auch die Grün- und Freiflächen der einzelnen Quartiere werden durch Heckenelemente, Anordnung von Stauden und Gräserbeeten und Solitärbäumen hochwertig gestaltet.

Nach Gesamtfertigstellung von BRAUNS QUARTIER wird dieser ehemalige Industriestandort der Stadt Quedlinburg neue positive Impulse geben.

Holger Schmidt | HS-Architekten

Das Erbe der Historie

Keine Kontamination des Geländes,
d.h. keinerlei Risiken für die Gesundheit oder die Umwelt

Auf über hundert Jahre Chemieproduktion blickt der Standort Harzweg 12 in Quedlinburg zurück. Die Brauns Farbchemie, der VEB Farbchemie und die Wilbra-Chemie waren überregionale Größen.

Für die Verantwortlichen der RST GmbH Thale spielte der Verdacht, es könne sich hier um belastetes Gelände handeln, zum Zeitpunkt des Investitionsentschlusses eine große Rolle. Unsere vielfältigen Erfahrungen mit der Sanierung ökologischer Altlasten setzen einen sehr sorgsamen Umgang mit dieser Thematik voraus. Es hieß also für uns: „Wer sonst, wenn nicht wir, kann diesen Standort entwickeln?“.

Standort

Harzweg 12
06484 Quedlinburg
13.000 m² Grundstücksfläche

Vorhaben

Revitalisierung
der Industriebrache Wilhelm Brauns
in Quedlinburg